Chronik

 -Ein Verein im Wandel der Zeit-

 

Das Ende des 19. Jahrhundert brachte in ganz Europa einen Umbruch mit sich. Die Industrialisierung hielt immer stärker Einzug, die wachsende Bevölkerung suchte Arbeitsmöglichkeiten in der Stadt und somit brachte diese Landflucht oft auch einen Verlust der sozialen Strukturen und sogar einen Verlust von Teilen der eigenen Identität mit sich. Andererseits gab es aber auch im ländlichen Bereich eine Entwicklung, hin zu städtischen Lebensgewohnheiten. Es drohte die Gefahr, von den Vätern ererbtes Kulturgut in Vergessenheit geraten zu lassen. Sei es die Kleidung, die Volksmusik oder Plattler und Volkstänze, der Umgang mit diesen der Kultur Ausdruck verleihenden Güter hatte nicht mehr den gleichen Stellenwert wie noch in den Jahrzehnten zuvor und verloren an einer gewissen Selbstverständlichkeit.

 

Mag dies einer der Gründe gewesen sein in Dietramszell einen Verein zur Erhaltung der Heimat- und Volkstracht zu gründen oder vielleicht auch der Ansporn durch das Beispiel des in Baiernrain lebenden Lehrer Vogls, dem Gründer des Trachtenvereins Bayrischzell. In den Vereinsunterlagen ist dies nicht dokumentiert, man kann jedoch feststellen, dass sich am 1. August 1897 einige heimatverbundene Männer zusammenfanden und unseren Trachtenverein gründeten. Die Vorstandschaft setzte sich aus folgenden Gründungsmitgliedern zusammen:

 

1. Vorstand                  Jaud Josef

2. Vorstand                  Raßhofer Kaspar

Kassier                          Waldmann Georg

Schriftführer               Loth Johann Baptist

Inventarist                   Huber Emmeram

Ersatzmann                 Gröbmair Josef

 

Mit Schreiben Nr. 4239 vom 28. Juli 1898 genehmigte das Königliche Bezirksamt München II die Vereinsgründung und die Statuten des Volkstracht - Erhaltungsvereins "Edelweiß" Dietramszell.

Statuten des Vokstracht Erhaltungsverein "Edelweiß Dietramszell"

 

§ 1   Zweck

Zweck des Vereins ist die Erhaltung resp. Auffrischung der Gebirgstracht, Unterhaltung in geselligen Kreisen durch Musik, Gesang und Übungen in den Schuhplattlertänzen, unter Ausschluß aller politischen und religiösen Tendenzen.

 

§ 2   Gliederung

Der Verein besteht aus:

a) ordentlichen Mitgliedern                                                       

b) außerordentlichen Mitgliedern

c) Ehrenmitgliedern

                                  

§ 3   Aufnahme und Ausschluß

Mitglied des Vereins kann jeder unbescholtene Mann werden, der das 18. Lebensjahr erreicht hat und eine Aufnahmegebühr von 1 Mark entrichtet; der Monatsbeitrag beträgt 20 Pfg., bei Ehrenmitgliedern das Doppelte und es sind sämtliche Mitglieder stimmfähig.

 

§ 4   Austritt

Der Austritt aus dem Verein steht jedem Mitglied frei, jedoch muß dieses dem Ausschuß schriftlich oder mündlich angemeldet werden, Rückstände sind zu begleichen.

 

§ 5   Ausschluß

Der Ausschluß aus dem Verein findet statt:

a) wenn ein Mitglied sich eines entehrenden Vergehens schuldig gemacht hat oder durch fortgesetzte und absichtliche Intrigen den Verein zu schädigen sucht;

b) wegen Auflehnung gegen den Ausschuß oder gegen dessen Zurechtweisungen und Anordnungen;

c) und wenn ein Mitglied mit seinen Monatsbeiträgen länger als drei Monate sich im Rückstand befindet.

 

§ 6   Vereinsvermögen

Das Vermögen besteht aus den Aufnahmegebühren, Beiträgen und dem Inventar.

§ 7   Vorstandschaft

 

Der Verein wird geleitet durch den Ausschuß, bestehend aus:

a) dem ersten Vorstand

b) dem zweiten Vorstand

c) dem Kassier

d) dem Schriftführer   

e) dem Inventaristen

f) dem Ersatzmann.

 

§ 8 Versammlungen

a) Alljährlich hat im Monat August eine Generalversammlung stattzufinden, wobei der Ausschuß neu zu wählen ist; hierbei ist jedes ordentliche und außerordentliche Mitglied stimmberechtigt.                             

b) Jeden ersten Sonntag im Monat Monatsversammlung,, Besprechung von Vereinsangelegenheiten.

c) An Samstagen und jeweiligen Wochentagen ist Vereinstag (Übung in Schuhplattlertänzen, Musik und Gesang)

 

§ 9 Haftung

Für allenfalls entstandene körperliche Verletzungen und Krankheiten im Vereinslokale und bei Ausflügen übernimmt der Verein keine Haftung und werden Betroffene nur durch freiwillige Beiträge von Mitgliedern unterstützt.

 

§ 10 Lokalitäten

Hauptlokal (Vereinslokal) Hobmeir'sche Gastwirtschaft Zimmernummer 1 erster Stock Schönegg.. Lokalitäten zur Übung im Gesang,, Musik, Schuhplattlertänzen Ettenhub'sche Gastwirtschaft Ob.Mühlthal und Herr von Schilcher'sche Schloßschenke Dietramszell. Veränderungen der obengenannten Lokalitäten kann vorgenommen werden, wenn dieselben von einem Drittel der Majorität beschloßen, oder von zwei Drittel der Mitglieder erwünscht wird.

 

§ 11 Ableben eines Mitgliedes

Bei Ableben eines Mitgliedes wird der Verein durch Lesenlaßen eines heil. Amtes demselben die letzte Ehre erweisen.

 

§ 12 Auflösung des Vereins

Die Auflösung erfolgt, wenn nur mehr 6 ordentliche Mitglieder vorhanden sind. Inventar und Barvermögen fällt sodann der Armenkasse Dietramszell zu.

 

 

Am 14. August 1898 schloss sich der Verein dem Gauverband I an, später dann, nachdem der Oberlandler Gauverband gegründet worden war, wurde der Dietramszeller Trachtenverein im Jahre 1906 zusammen mit den Vereinen "Miesbach Stamm" (Wiedereintritt), "Oberländer" Reichersbeuern, "Bayrischzeller" München und "Loisachtaler" Nürnberg in den Oberlandler Gauverband aufgenommen.[1]

 

Im gleichen Jahr feierte unser Verein auch seine Fahnenweihe, wobei laut Gauchronik die Fahnenweihe zu dieser Zeit ein eher heikles Problem war, da viele Pfarrer auf Anweisung des Erzbischöflichen Ordinariats München-Freising die Weihe verweigerten. [2] In unserem Fall schien dies aber nicht der Fall gewesen zu sein und so konnte die Fahne am 27. Mai 1906 von Herrn Hochwürden Geistlichen Rat Dekan und Kreisschul-inspektor Aerzböck, unter Beteiligung von 38 Vereinen, die Weihe empfangen. Patenverein waren die "Kirchstoaner" Bad Tölz.

 

Am 14. Juni 1908 übernahm unser Verein die Patenschaft bei der Fahnenweihe des Volkstrachten-Erhaltungsvereins Bayrischzell. Die Bayrischzeller statteten uns kurz vor Ausbruch des 1. Weltkrieges im Juni 1914 noch einen Besuch mit ihrer Musikkapelle ab. In ihrer Vereinsgeschichte wird dieser Besuch als Ausflug erwähnt, der wahrscheinlich die Freundschaft der Patenvereine festigen sollte.

 

In den Kriegsjahren von 1914 bis 1918 wurden dann keine weiteren Aufzeichnungen im Protokollbuch unseres Vereins getätigt, was darauf schließen lässt, dass das Vereinsleben in dieser Zeit ruhen musste. 

Der erste Beitritt von Frauen zum Verein wird 1911 erwähnt und die weibliche Mitgliederschaft bezifferte sich 1922 bereits auf 32.

In diesem Jahr feierte man auch das 25-jährige Bestehen des Vereins. Es wurde am 27. Mai 1922 abends mit einem Fackelzug und Böllerschüssen eingeleitet. Auf den Fackelzug folgte "gesellige Unterhaltung mit einem Konzert im Gasthaus Hobmeier[3]". Am Festtag hellte sich der Himmel nach Regengüssen am Vorabend auf. Der Festtag begann mit dem Empfang der Vereine, worauf Kirchenzug und Gottesdienst folgten. Eine Versammlung auf dem Festplatz mit Gedichtvortrag und Ansprachen beschlossen den Vormittag. Am Nachmittag bewegte sich der Festzug durchs Dorf und zurück zum Festplatz. Anschließende Ehrentänze und der Festball am Abend beschlossen die Feierlichkeiten.

 

Fünf Jahre später folgte am 4. September 1927 das 30-jährige Stiftungsfest. Jedoch wurde dieses Fest angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage im engsten Rahmen abgehalten. Am Vorabend erfolgte ein Fackelzug von Mühltal über Dietramszell nach Schönegg. Der Festtag selbst wurde mit Kirchenzug und anschließendem Gottesdienst gefeiert. Nachmittags verband der Verein seine Feierlichkeit mit dem ebenfalls 30-jährigen Bestehen der Kapelle Obermüller. So erfolgte im Garten des Gasthauses Hobmeier ein Konzert, bei dem sich auch der Dietramszeller Gesangsverein beteiligte. Mit dem Festball beschloss man dann abends das Stiftungsfest.

   

Erhoffte man sich noch in der Generalversammlung vom 6. August 1933, eine bessere Zeit für die Trachtenvereine, wurde man später eines Besseren belehrt.  So lag während der Kriegsjahre auch bei uns das öffentliche Vereinsleben brach. Am 11. November 1945 hielt der Verein eine außerordentliche Versammlung ab. Hierbei wurde den 12 gefallenen Mitgliedern gedacht, die im Krieg ihr Leben lassen mussten. 

 

Diese außerordentliche Versammlung brachte Neuwahlen in der Vorstandschaft mit sich und bereits 1946 nahm unser Verein wieder beim Gaufest in Miesbach teil. Die  Gauchronik berichtet dazu folgendes: " Nach einer Anfrage bei der Militärregierung, das Gaufest betreffend, musste der Gauvorstand einen Fragebogen mit 182 Fragen beantworten, weitere sechsmal zur Militärregierung nach München fahren und dort endloser Fragerei standhalten, bis die Abhaltung des Gau-Heimatfestes bewilligt wurde. ... wegen Beschaffung des nötigen Bieres beim Gaufest wandte sich Seestaller (1. Gauvorstand) an die Genossenschaftsbrauereien von Holzkirchen und Reutberg und hatte auch hier Erfolg, so dass auf schwarzem Weg viel Bier geliefert wurde." Ferner  kann man nachlesen, dass die US-Truppführer den für die Omnibusse benötigten Treibstoff ebenfalls "schwarz" abgaben und so die Durchführung ermöglichten. Erwähnenswert bleibt auch, dass die Trachtler aufgefordert wurden, das Trinkgeschirr selbst mitzubringen.

 

Diese erschwerenden Umstände ließen es wahrscheinlich auch nicht zu, 1947 unser 50. Gründungsfest in größerem Rahmen zu feiern.

 

Ein paar Jahre später konnte der Verein wiederum keine Veranstaltungen durchführen. Der Grund hierfür war die Maul- und Klauenseuche, die im Winter 1951/52 dafür sorgte, dass öffentliche Veranstaltungen nicht abgehalten werden konnten und auch den Verein zur Einstellung jeglicher Veranstaltungen zwang. Erst im April 1952 konnte mit der aktiven Vereinsarbeit wieder begonnen werden.

 

1957 brachte dem Verein nach langer Zeit wieder einen Grund zum Feiern. Mit einem Heimatabend begann man am 10. August das 60. Gründungsjubiläum. Zu den Ortsvereinen "Freiwillige Feuerwehr Dietramszell" und "Kriegerkameradschaft Dietramszell" gesellten sich am darauffolgenden Sonntag neunzehn Trachtenvereine und drei Musikkapellen. Festmusik war, wie in den Jahrzehnten zuvor, die Blaskapelle Obermüller.

 

Erwähnenswert in unserem Verein sind auch die Sänger- und Musikkantentreffen, die bereits 1938 mit  musikalischen Größen wie dem Kiem Pauli,  Roider Jackl, Sontheim, Burda, Vögele und den Geschwistern Schiefer aufwarteten. Auch in den Fünfziger Jahren hatten wir bekannte Größen wie die Fischbachauer Sängerinnen und  die Waakirchner Sänger zu Gast. Aus den eigenen Reihen wirkten des öfteren die Dietramszeller Volksmusik und die Schwestern Lindmayr mit.

 

Unter der Vorstandschaft von Max Seidl (1956 - 1959)  wurden die ersten Jugendgruppen gegründet. Seidl legte aus gesundheitlichen Gründen sein Amt als 1. Vorstand nieder und da sich niemand bereit erklärte, dieses verantwortungsvolle Amt zu übernehmen,  wurde die Wahl vertagt und der Verein war  ein halbes Jahr ohne 1. Vorstand. Erst in einer außerordentlichen Versammlung im Juni 1959 ging Georg Liebhart als neuer Vereinsvorstand hervor.

 

Im September 1967 feierte der Verein sein 70-jähriges Bestehen. Der Heimatabend am 2. September wurde weitgehend mit Mitwirkenden aus den eigenen Reihen bestritten, außer Gesangs-, Musik- und Plattlergruppen wurden im Peißsaal auch zwei Einakter von der Theatergruppe aufgeführt. Am Sonntag, den 3. September folgte dann der eigentliche Festtag. Mit sechs  Gastvereinen zog man zur Kirche, in der um 10 Uhr der Gottesdienst mit Libera gefeiert wurde. Anschließend bewegte sich der Trachtenzug zurück ins Gasthaus Peiß. Dort fand am Nachmittag im Wirtsgarten ein Standkonzert der Holzkirchner Blaskapelle statt, während die Kapelle Obermüller im Saal für Unterhaltung sorgte. Den Tag beschloss ein Trachtenball, der ebenfalls von der Festkapelle Obermüller begleitet wurde.

 

Dass der Erhalt von Brauchtum manchmal in einer Weise interpretiert wird, der an sich mit althergebrachten Traditionen nichts mehr zu tun hat, beweisen die Vorgänge im April 1971. Unser Maibaum wurde von Burschen aus dem Tegernseer Tal gestohlen und von den Dietramszellern wieder zurückgeholt. Daraufhin wurde unser Baum kurz vor dem Aufstellen nochmals leicht angesägt.

 

Maibaumstehlen wird mittlerweile als Brauch dargestellt, wobei dieser angebliche "Brauch" erst in den letzten Jahrzehnten bei uns Einzug gehalten hat und es fraglich ist, ob man Akte, die gewalttätig ablaufen, mit den Idealen der Trachtenbewegung in Verbindung bringen kann.

 

Sehr feierlich verlief dann unser 75-jähriges Gründungsfest bei einem Bierpreis von 2,90 DM pro Maß erfolgte am 11. August 1972 im Festzelt am Kreuzbichlweg der Bieranstich mit der Blaskapelle Baiernrain. Trotz Gewitter und Stromausfall fanden sich dann am Samstag ca. 700 Besucher zum Heimatabend ein. Herrliches Wetter bescherte uns am Sonntag eine  Teilnahme von 1020 Trachtlern an unserem Jubiläum. Mit einer Rekordzahl von 173 Mitgliedern, darunter 56 Schalkfrauen, erreichte unser Verein eine seit dem Bestehen noch nie dagewesene Dimension. Der Festzug führte vom Festplatz nach Dietramszell, von dort bis ans Ortsende von Schönegg und zurück an den Kreuzbichlweg. Beim Festzug gab es allerdings eine unvorhergesehene Panne. Als das  Pferdegespann mit den Ehrenmitgliedern in Dietramszell wendete, legte sich ein Pferd auf die Fahrbahn und stand nicht mehr auf. Das Ergebnis war, die Ehrenmitglieder mussten zu Fuß weitergehen.

 

Trotzdem war der Festtag ein voller Erfolg und schloss mit einem sehr stark besuchten Festball zu dem die Festkapelle Obermüller aufspielte. Damit sich die Mühe des Zeltaufbaus auch lohnte, veranstaltete man am Montag noch einen "Bunten Abend". Der Roider Jackl erwies sich als Kassenschlager. Weiterhin konnten die 1270 Besucher die Chiemgauer Buam und die Hundhamer Goaßlschnalzer bewundern.  Zum Festausklang veranstaltete der Verein an Maria Himmelfahrt noch eine Kirtamusi mit der Blaskapelle Baiernrain, die bewies, dass die Dietramszeller auch noch am 5. Tag in Folge Kraft und Lust zum Feiern hatten.

 

Ein Jahr später stand nun am 3. Juni 1973 unser Verein Pate beim Trachtenverein Bayrischzell, der bereits sein 90. Gründungsjubiläum feiern konnte.

 

Der positive Trend der letzten Jahre setzte sich im Jahre 1975 fort. Der Verein nahm unter der Leitung des 1. Vorstandes, Georg Disl, am 40-jährigen Gründungsfest in Baiernrain teil. Wir bekamen mit 198 Teilnehmern den Meistpreis. Die Jasbergler verliehen bei dieser Gelegenheit auch einen Meistpreis für die Schalkfrauen. Diese Trophäe konnten wir dank der großartigen Beteiligung unserer weiblichen Mitglieder ebenfalls mit nach Hause nehmen.

 

In den folgenden Jahren gesellten sich zu unseren üblichen Veranstaltungen wie die Wallfahrt nach Birkenstein, die Leonhardifahrt, die Teilnahme am Gaufest, der Trachtenjahrtag und die Teilnahme an Jubiläen von anderen Vereinen auch Vereinsausflüge.

 

Dass es in einem Verein aber auch Höhen und Tiefen gibt, bewahrheitete sich 1986. Der 1. Vorstand Georg Disl trat nach 23-jähriger Amtszeit als Vorstand zurück. Grund dafür waren Unstimmigkeiten, was die Kleiderordnung betraf und den Verein leider etwas spalteten.

Um den Anforderungen der Zeit gerecht zu werden, beschloss man im Jahre 1990 eine Satzungsänderung, die zugleich eine Eintragung ins Vereinsregister mit sich brachte. Dabei will man unter anderem auch Haftungsfragen neu regeln, die in den bisherigen Statuten eine Haftung der Vorstandschaft mit deren Privatvermögen vorsah.

 

Seit 1992 feiern wir alljährlich am Maria Himmelfahrtstag unseren Kirta im Rahmen eines Kirchenzugs und nach dem Festgottesdienst feierte man zuerst Pfarrheimparkplatz in Dietramszell, einige Jahre später wechselte man in den Biergarten der Klosterschänke und seit 2012 dürfen wir die den Vorplatz der Dietramszeller Schule zum feiern benutzen. Durch die Mithilfe von Jung und Alt wird dieses Fest immer wieder ein schönes Ereignis in unserem Festtagskalender und trägt zu Förderung der Dorfgemeinschaft bei.

 

Das 100jährigen Gründungsjubiläums wurde in großem Rahmen vom 14.8 bis 17.8.1997 im Festzelt an der Rieder Straße gefeiert. Höhepunkt war der Festgottesdienst am Sonntag, den 17. August 1997 bei dem der Verein seine neue Fahne weihen ließ. Fahnenmutter war Erna Disl und die Fahnenbraut war Annelies Miller Pate stand dabei der Trachtenverein Humbach. Am Festzug beteiligten sich 15 Trachtenvereine aus der näheren Umgebung mit ca. 1200 Trachtlern. Außerdem begleiteten uns unsere Ortsvereine. Genauso prächtig verlief 10 Jahre später die Feier des 110jährigen Gründungsfest mit 1600 Teilnehmern am Fest-sonntag, darunter 280 Trachtler aus den eigenen Reihen. Am Tag zuvor spielten die „Jungen Riederinger“ zum Tanz auf und am Montag, den 27. August 2007 plattelten und tanzten die Vereine der Arbeitsgemein-schaft der Trachtenvereine aus dem gesamten Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen im Festzelt.

 

Unter Vorstand Georg Lindmeyr, der seit 2001 die Geschicke des Vereins erfolgreich leitet, begann man im August 2012 das 100jährige Jubiläum der Theatergruppe am Festhügel an der Grund- und Mittelschule. Hierzu waren Theatergruppen aus der Gemeinde eingeladen, die alle, zusammen mit den Jubilaren, mit selbstgeschriebenen lustigen Darbietungen für einen sehr heiteren Abend sorgten. Der Trachtenverein feierte in diesen Tagen sein 115jähriges Bestehen und Dietramszeller Blasmusik reihte sich mit dem 40jährigem Jubiläum in den Feierreigen ein.

 

2017 folgten die Feierlichkeiten zum 120jährige Bestehen, die im kleineren Rahmen wieder am Festhügel in Dietramszell abgehalten wurden.

 

Im Verein hat die Jugendarbeit großen Stellenwert. Neben den Plattlerproben gestalten unsere Kinder und Jugendlichen (bis in die Zeit vor Corona) unseren adventlichen Hoagascht mit Gesangs-, Musik- und Theaterdarbietungen. Die Theatergruppe des Trachtenvereins spielt in der Regel alle zwei Jahre, zuletzt 2019 das erfolgreiche Stück „Die Silberhochzeit“. Neben der Beteiligung an den Gaufesten und Vereins-jubiläen anderer Vereine, zählen die jährliche Dietramszeller Leonhardifahrt, die Wallfahrt nach Birkenstein, der Fronleichnamsumzug, unser Kirta sowie der Trachtenjahrtag zum festen Programm. Wichtig ist hierbei, dass nicht nach strengen Regeln ein Pflichtprogramm absolviert wird, sondern dass unsere Traditionen mit Leben gefüllt werden und dazu beitragen, dass sich die ganze Dorfgemeinschaft einbringen kann. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Mitorganisation der Schafkopf-Champions-League, die in Dietramzell dafür sorgt, dass Alt und Jung sowie Einheimische und Zugezogene sich beim Kartenspiel kennenlernen und ihre Freude bei diesem urbayerischen und anspruchsvollen Spiel haben.

 

Georg Disl

 

 



[1]    Oberlandler Gauverband, Gau-Chronik 1899 - 1959, S. 40

 

[2]    Oberlandler Gauverband, Gauchronik 1899 - 1959, S. 40

 

[3]    Protokollbuch Trachtenverein Dietramszell

 

 




Kontakt Vorstand Georg Lindmeyr

Telefon: 08027/180820

ADRESSE: Kreuzbichlweg 5, 83623 Dietramszell

 

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